Zu beobachten ist den Antworten zufolge ein „starker Rückgang der Eigenleistung bei Hausaufgaben, Projekten“ und ähnlichem. Insgesamt nimmt die Leistungsbereitschaft der jungen Menschen rapide ab, heißt es, wobei viele Lehrende einen Unterschied ausmachen: „Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler profitieren, leistungsschwache sinken weiter ab“, resümiert der Philologenverband.
Bedenken gegenüber KI gesunken
„Wir sehen klar, dass die Nutzung von generativen KI-Systemen Auswirkungen auf das Leistungsverhalten unserer Schülerinnen und Schüler hat. Das müssen wir immer mitbedenken, wenn wir uns über weitere Einsatzmöglichkeiten Gedanken machen. Künstliche Intelligenz birgt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken“, sagte die Landeschefin des Philologenverbands, Sabine Mistler, unserer Redaktion.
Eine generell negative Haltung gegenüber der Technik offenbaren die Lehrkräfte aber nicht. So nutzen 63 Prozent von ihnen KI-Anwendungen inzwischen gelegentlich oder sogar regelmäßig im Unterricht. Potenzial sehen sie in den Möglichkeiten, Lernstoff zu individualisieren, Kinder gezielt zu fördern oder Schulstunden zu planen. Bei einer früheren Befragung im Jahr 2023 hatte noch etwa ein Drittel der Lehrer die KI-Nutzung in der Klasse grundsätzlich abgelehnt, das tun heute nur noch 17 Prozent. Allerdings beklagt mehr als jede und jeder dritte Befragte die mangelnde technische Ausstattung der Schulen, mehr als die Hälfte trägt sich mit Bedenken zum Datenschutz. (…)
Lehrervertreterin Sabine Mistler erklärte, wie sehr der Unterricht schon jetzt den technologischen Wandel angepasst werden müsse. So nannten 93 Prozent der Lehrenden die „Intransparenz“ bei Schülerleistungen als Herausforderung: Sie können schlicht nicht mehr ohne weiteres sagen, was an einer Hausaufgabe ein Schüler selbst gemacht hat. Stattdessen müssen sie den jungen Leuten in der Klasse intensiver auf den Zahn fühlen, um herauszufinden, ob der Stoff wirklich verstanden wurde.
Der gesamte Beitrag ist am Montag, 10. Oktober 2025, bei RP Online erschienen.
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