Mitgliederversammlung im Kreis Borken: Philologenverband mahnt bessere Arbeitsbedingungen in den Schulen an
Die Belastungssituation in den Schulen und aktuelle schulpolitische Vorhaben der Landesregierung standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Philologenverbandes im Kreis Borken. Der Philologenverband vertritt die Interessen der Lehrkräfte an Gymnasien, Gesamtschulen und Weiterbildungskollegs.
In seinem Bericht zu aktuellen berufs- und bildungspolitischen Entwicklungen forderte der stellvertretende Landesvorsitzende Ulrich Martin bessere Arbeitsbedingungen in den Schulen. „Wir brauchen dringend mehr Entlastung für Lehrkräfte, mehr Unterstützungspersonal an Schulen, kleinere Kurse und Klassen und vor allem weniger Bürokratie. Schule muss so organisiert sein, dass das pädagogische Personal sich auf das pädagogische Kerngeschäft – Unterrichten und Erziehen – fokussieren kann“, so Ulrich Martin.
In diesem Zusammenhang kritisierte Martin die vom Schulministerium angestoßene Reform der gymnasialen Oberstufe. Der vorgelegte Entwurf erzeuge einen erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand, ohne dass der pädagogische und fachliche Mehrwert ausreichend klar erkennbar sei. Die Berücksichtigung neuer Kompetenzen und Prüfungsformate sei grundsätzlich begrüßenswert, doch widerspreche der Reformentwurf nach Einschätzung des Philologenverbandes an einigen Stellen dem Ziel einer größtmöglichen Vergleichbarkeit der Abschlüsse und auch dem Qualitäts-anspruch an eine vertiefte gymnasiale Bildung.
Die Bezirksvorsitzende Kerstin Beran verwies auf die Überlastung des Systems Schule mit immer neuen Aufgaben. „Es können nicht immer weitere zusätzliche Aufgaben – so sinnvoll und wichtig sie auch sein mögen – in unsere Schulen verlagert werden, ohne dass die Ressourcen erhöht und die Rahmenbedingungen verbessert werden“, betonte Beran.