„Es ist absurd, dass vorhandene Tests nicht benutzt werden dürfen“

Kategorien: PressemitteilungenVeröffentlicht: 26.04.2022
  • Schulen sollen ungenutzte Testkits einlagern und zurückgeben
  • Verweis auf externe Teststellen ist nicht ausreichend
  • Krankheits- und Quarantänefälle könnten Korrekturzeiten verkürzen

Düsseldorf, 26. April 2022. In den vergangenen Tagen ist die Zahl der Coronaneuinfektionen wieder angestiegen – und in Nordrhein-Westfalen sitzen Schülerinnen und Schüler nach den Osterferien ungetestet und ohne Masken im Unterricht. Selbst wenn Schulen noch über Restbestände von Testkits verfügen, dürfen sie diese nicht mehr verwenden. Laut einer Mail des Schulministeriums vom Anfang der Woche an die Schulleitungen sollen nicht verbrauchte Antigen-Tests zunächst erfasst und sachgerecht eingelagert werden, um später in einer zentralen Rückholaktion des Landes eingesammelt zu werden. „Es ist unverantwortlich und fast schon absurd, dass vorrätige Tests nicht genutzt werden dürfen“, sagt Sabine Mistler, Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Philologenverbandes (PhV NRW).

Mit dem Beginn der Schule nach den Osterferien ist die Testpflicht an NRW-Schulen Geschichte, anlasslose Testungen von Schülerinnen und Schülern gibt es seitdem nicht mehr. „Wenn jetzt ein Kind mit Symptomen in der Klasse sitzt, gibt es für die Schule offiziell keine Möglichkeit mehr, es zu testen“, sagt Mistler. „Es reicht schlicht nicht aus, wenn das Ministerium auf externe Teststellen verweist.“ NRW-Schulen konnten nach Vorgabe des Schulministeriums bis Anfang April neue Tests bestellen – allerdings nur, wenn sie diese auch bis Ende der Testungen am letzten Schultag vor den Osterferien benötigen.

Der PhV NRW hatte bereits vor Wochen vor dem Ende der Masken- und Testpflicht an Schulen gewarnt – auch mit Blick auf die Abiturprüfungen, die heute für rund 73.000 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen begonnen haben. Zusammen mit regelmäßigen Testungen bieten Mund-Nasen-Bedeckungen gute Möglichkeiten, sich vor einer Coronainfektion zu schützen. „Nach den Osterferien und in diesen anstrengenden Prüfungszeiten halten wir das Ende von Masken- und Testpflicht für zu risikoreich“, sagt Sabine Mistler. Jetzt drohten coronabedingte Krankheits- oder Quarantänefälle bei Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern.

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