An NRW-Gymnasien werden die Lehrkräfte knapp
Düsseldorf, 28. August 2026. Nachdem die Umstellung von G8 zu G9 im nun beginnenden Schuljahr 2026/27 abgeschlossen ist, werden die Schülerinnen und Schüler an Gymnasien erstmals wieder in neun Jahrgangsstufen unterrichtet. Der dadurch entstehende Mehrbedarf wird nicht gedeckt werden können. Denn auch an vielen Gymnasien fehlen zum Schuljahresbeginn Lehrkräfte. „Uns liegen Rückmeldungen vor, wonach es landesweit fachspezifische Engpässe an vielen Schulen gibt“, sagt die Landesvorsitzende des nordrhein-westfälischen Philologenverbandes (PhV NRW), Sabine Mistler. „Unterrichtskürzungen sind die Folge.“ Heute hat Schulministerin Dorothee Feller ihre Pläne für das neue Schuljahr vorgestellt.
Vor allem dürfte sich die Belastungssituation in den Schulen aufgrund der diversen Reformvorhaben der Landesregierung weiter verschärfen. Sowohl die Vorgaben des Schulkompasses als auch die Reform der gymnasialen Oberstufe stellen die Schulen vor große organisatorische und personelle Herausforderungen. „Wir begrüßen, dass das Schulministerin unserer Forderung nach einem zusätzlichen pädagogischen Tag Rechnung getragen hat. Die Schulen benötigen aber dringend weitere Unterstützung und mehr Personal. Unseren Schulen und Lehrkräften können nicht ständig neue Aufgaben übertragen werden, ohne dass entsprechende Kompensationen geschaffen werden.“
Grundsätzlich unterstützt der PhV die Ziele des Schulkompasses, mahnt aber auch eine angemessene Förderung leistungsstärkerer Schülerinnen und Schüler an. „Bildungsgerechtigkeit muss immer alle Leistungsniveaus im Auge behalten“, sagt Mistler abschließend.